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Nachruf für
Hermann Hansen

dem
“Vater” der “Grooten Speeldeel.”

20050526_Hermann_Hansen

Nachruf, geschrieben von Inge Schwohn.

26.05.2005

Am  24. Juli 2005 verstarb im Alter von 78 Jahren der Realschuloberlehrer im Ruhestand Hermann Hansen.
Mit dem Verstorbenen verliert Burg  einen liebenswürdigen Menschen und einen großen Freund  der plattdeutschen Sprache. Bleiben werden die Erinnerungen an  viele  unterhaltsame Stunden, denn über 40 Jahre lang stand der Name Hermann Hansen für großartiges niederdeutsches Theater. Der ehemalige „Speelbaas“ der Grooten Speeldeel sagte einmal, die Theaterarbeit sei für ihn mehr als ein Hobby. Es sei ihm ein Anliegen, die Kultur der plattdeutschen Sprache zu erhalten, weil sie  nicht den Stellenwert einnehme, den sie verdiene.
1965 gründete Hermann Hansen mit den Realschülern der Abgangsjahrgänge die „Borger Speeldeel“, und inszenierte in den darauffolgenden Jahren unzählige Stücke. 1995 vereinigte der Regisseur Darsteller aus dem gesamten Kirchspiel zur „Grooten Speeldeel“. Die  Aufführungen des Geschichtsdramas „Graf Rudolf – Dood op den Bökelnborg“ von Inge Hurtienne wurden von den Theaterfreunden mit großer Begeisterung aufgenommen. Später griff  Hermann Hansen selbst zur Feder und setzte mit seinen Inszenierungen  „Vor föfftig Johr – as wenn nix wesen weer“, „Hen und Torüch“ und „De Schimmelrieder“ die Erfolgsserie der Theaterleute fort.  2004 nahm Hermann Hansen seinen Abschied vom Theater – als Dank für seine unermüdliche ehrenamtliche Arbeit  ernannte ihn der im gleichen Jahr gegründete Theaterverein „Groote Speeldeel“ zum Ehrenmitglied.
Hermann Hansen wurde 1927 als Bauernsohn in Eckenhöh in der Nähe von Kappeln geboren. Mit siebzehn Jahren wurde er zur Kriegsmarine eingezogen. Nach  Kriegsende verbrachte er zweieinhalb Jahren in amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft. Im Januar 1948 nahm er am Pädagogischen Lehrgang in Burg sein Lehrerstudium auf.  Nach der ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen  lehrte er ein Jahr in seiner Heimat Angeln, aber im Luftkurort  hatte Hermann Hansen die deutschstämmige Amerikanerin Nancy Wrage kennengelernt und die Liebe bewog ihn dazu, nach Übersee auszuwandern. In Amerika besuchte Hermann Hansen ein Jahr lang ein Lehrercollege, bevor er in den mittleren Westen ging, um  in Nebraska an einer privaten lutherischen Konfessionsschule zu unterrichten. Hermann Hansen hatte nie die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und nach der Geburt seines Sohnes  Sohn Olof (1954) und seiner  Tochter Karla (1955),  kehrte er  mit Ehefrau und Kindern in die Heimat zurück und  erhielt zunächst eine Planstelle   in Sterup. 1959 folgte die zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen und anschließend ein Studium in Kiel. 1962, dem Geburtsjahr von Tochter Christiane,  erhielt Hermann Hansen die  Ernennung zum Mittelschullehrer. 1965 wurde er an die Burger Realschule versetzt, wo er bis zu seiner Pensionierung 1990 unterrichtete.

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